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Thomas Woldrich, Erbe des Grunds Nr. 93, viermaliger Bräutigam und Vater von 29 Kindern.

Thomas wurde am 27. 11. 1740 geboren. Das erste Mal heiratete er mit 20 Jahren am 16.11.1760. Laut der Matrik die ehrwürdige Jungfrau Maria Anna, die Tochter von Mathias Strobl. Marie Strobl wurde im Jahre 1741 geboren, und sie starb am 26.4.1784 im Alter von 43 Jahren. Aus diesen 24 Ehejahren sind uns 11 ihrer Nachkommen bekannt.

Die zweite Hochzeit von Thomas fand am 27.9.1785 statt. Bei dieser ehelichte er die 22 jährige Tochter des Jacob Pešl und seiner Frau Anna Marie, Susanna. Diese gebar ihm mindestens 9 Kinder, bevor sie am 30.6.1801 starb.

Das dritte Mal heiratete Thomas im Alter von 62 Jahren, da hatte er schon die Kariere de Stachauer Richters hinter sich, am 1.3.1802 die ledige 27-jährige Magdalena, Tochter von Johann Kortus und seiner Frau, die eine geborene Winter war. In den acht Jahren ihres gemeinsamen Lebens hatten sie zusammen 4 Kinder, bevor sie im Alter von 34 Jahren, 5 Monaten und 19 Tagen verstarb.

Die vierte Hochzeit ließ nicht lange auf sich warten, am 9.10.1810 heiratete er mit seinen 70 noch einmal. Diesmal die 34 – jährige Anna Wolf. Nach den Einträgen in der Geburtenmatrik gingen aus dieser Verbindung weitere 5 Nachkommen hervor. Eine von diesen wurde 84 Jahre alt, und im hohen Alter begegnete ihr Jaromir (1875-1963), der Großvater von Vladimir, dem Gründer des Stammbaums. Dieser überlieferte ihre Erzählung über die 32 Kinder des Thomas Woldřich an die nächste Generation. Nach mündlicher Überlieferung hatte Thomas 32 Nachkommen. In den Matriken haben wir bis jetzt mit Sicherheit aber nur 29 von ihnen bestätigen können. Nur 14 von ihnen erreichen das Erwachsenen Alter.

Thomas war ein vielseitig tätiger Mann. Außer dem Amt des Richters welches er lange Jahre bekleidete, war er auch Häusler, Bauer und Wirt. Es wird erzählt das als er im Alter von fast 80 Jahren eine Wiese mähte, er ging immer allen Mähern voran, sah er nach hinten, und stellte fest, das ihm sein damals fast 60 jähriger Sohn nicht hinterher kam. Er spuckte aus und bemerkte: „Die heutige Jugend, die taugt nichts mehr….“.

Noch ein letztes über Thomas, obwohl er Richter wurde, blieb er sein ganzes Leben über ein Analphabet. Dies ist ersichtlich aus dem Vertrag mit welchen er am 14.2.1802 das Anwesen Nr. 93, nebst Altenteil an seinen Sohn Johann verkauft. Er signiert diesen Vertrag unter Anwesenheit von Zeugen mit drei Kreuzen.

Prof. Dr. Johann Nepomuk Woldřich, Geologe, Paleonthologe und Archeologe.

Johann Nepomuk wurde am 15. Juni 1834 in Zdikau geboren. Die Grundschule absolvierte er in Klein Zdikau. Von 1845 an besuchte er die „ Normal – Hauptschule“ in Budweis, wo er auch das Piaristische Gymnasium absolvierte. An der Wiener Universität studierte er Naturwissenschaft und hier erlangte er auch 1859 den Doktortitel in Philosophie. Im Jahre 1893 wurde er zum ordentlichen Professor für Geologie und Paleonhtologie an der Böhmischen Universität in Prag ernannt, wo er bis 1905 tätig war. Er starb in Prag am 3.2.1906, und wurde auf dem Vinohradský Friedhof (in Prag) beigesetzt.

Sein Lebenswerk ist in jeder Hinsicht bedeutungsvoll. Er hatte einen sehr großen Anteil bei der Erforschung der Fauna in Unter Österreich, Dalmatien, Istrien, der Umgebung von Prag, Nordböhmen, Südmähren und Südböhmen, hauptsächlich in der Umgebung von Zutslawitz bei Winterberg und dem Tal der Wollin Flusses

Bemerkenswert ist auch sein Beitrag zu der archeologischen Erforschung von Südböhmen. Er unternahm eine Reihe von Ausgrabungen von vorzeitlichen Siedlungen und erforschte dutzende von Grabhügeln von der Bronzezeit bis zu der Slawischen Zeit. Diese Forschungen betrieb er hauptsächlich in der weiteren Umgebung von Budweis, Moldauthein, Wodnian, Nettolitz, Wollin, Protivin und Pisek.

Die Ergebnisse seiner Arbeit publizierte er stets akribisch. Seine Publikationen waren immer mit zahlreichen Zeichnungen von Gegenständen, Situationsplänen, Grundrissen von Bauten und Befestigungen, und deren Profilen usw. ausgeschmückt. Seine Publikationen und Dokumentationen dienen bis heute als sehr nützliche und nötige Hilfen bei der weiteren archeologischen Erforschung von Südböhmen.

Neben dieser Tätigkeit beteiligte er sich auch am Studium des Paleolits in Böhmen und er machte sich um das Erlöschen der irrigen Hypothese über die Megalith Bauten und die so genannten Opfersteine verdient.

Auch hat er mehrere Pädagogische Schriften verfasst. Seine Arbeiten, welche er überwiegend auf Deutsch, aber auch in Tschechisch verfasst hat, waren immer darauf bedacht Südböhmen, und seinen Böhmerwalder Heimatort in der ganzen Welt bekannt zu machen. Es sind uns 21 Arbeiten bekannt, welche er zwischen 1874 und 1903 aus den Fachrichtungen Archeologie, Geologie und Paleonthologie verfasst, und publiziert hat.

Zdikau schätzt seinen berühmten Sohn auch heute noch sehr. an seinen Geburtshaus Nr. 168 wurde eine Gedenktafel angebracht und sein Name wird auch in der Broschüre über die Mikroregion Böhmerwälder Vorland, welche von dem Gemeindeamt in Zdikau 2006 herausgegeben wurde, erwähnt.

Oberst Alois Voldrich, der Seemann

Alois wurde am 14. Mai 1865 geboren. Nach der Grund- und Mittelschule schrieb er sich zum Jurastudium ein, welches er mit Bravur absolvierte, aber aufgrund des Todes seines Vaters verfügte er nicht über die finanziellen Mittel, um die mit den Abschlussprüfungen verbundenen Gebühren zu bezahlen. Und so hat er den Titel nicht erworben. Er trat als Quartiermeister in den Dienst der Österreichischen Marine. Er beschreibt diesen interessanten Dienst in vielen umfangreichen handschriftlichen Manuskripten, welche alle verfügbar sind, aber auf Grund ihrer Größe und Ausführlichkeit, begnügen wir uns mit einen kleinen Beispiel aus seinem Vortrag in der Slovanská beseda am 22. März 1899. Von einer Reise nach Ägypten brachte er eine Dornenkrone aus Palästina mit, welche noch heute in einer Glasvitrine in der Stachauer Kirche aufbewahrt wird.

Alois mochte Stachau sehr. Er trug maßgeblich zum Bau des Aussichtsturms auf dem Javorník bei. 1939, als die Grenze zvischen dem Deutschen Reich und dem Protektorat Böhmen und Mähren gezogen wurde, war es ihm zu verdanken, dass die Grenze zwischen Chalupy (ehemals Deutscher Chaluppi) und Oubyslav gezogen wurde, während ursprünglich die Absicht bestand, ganz Stachau zu besetzen.

1899 heiratete Alois die zweitälteste Tochter der Klapzubs, Zdena, da ihre erstgeborene Tochter schon mit einem anderen Voldřich verheiratet war – einem Richter. Die dritte Tochter heiratete einen gewissen Herrn Měšťánek und ihre Tochter – heiratete wiederrum einen anderen Woldřich.

In der tschechoslowakischen Armee erreichte Alois den Rang eines Obersten. Er starb am 5. August 1950.

Auszug aus der Vorlesung über Kreta im Jahr 1897.

„Ein Schneider, aber nicht der, den ich ihm bis vor kurzem für diese Zivilkleidung schuldete, aber Dr. Krejčí, ein Regimentsarzt aus Prag, sagte mir einmal direkt ins Auge, dass er mir nicht vollkommen vertraute, sondern auf 35 Prozent, weil er sagte, er kenne die Seemänner als Märchenerzähler, die in dieser Hinsicht noch schlimmer sind als die Infanteristen. Deren Geschichten konnte man sogar bis zu 50% Glauben schenken, aber ansonsten möge ich bei Adam beginnen.

Ich sehe mich gezwungen, mich zuerst gegen solche Anschuldigungen zu verwehren und mich von so einen gewagten Verdacht nicht verwirren zu lassen, um hier nur die einzige und ungeschminkte Wahrheit zu präsentieren.

Ja! Sehr geehrte Junggesellen, willkommene Gäste und angesehene Nachbarn, ich erinnere mich, als wäre es Heute, es war damals nach jener unglücklichen Nacht als wir länger beim Kartenspiel verweilten als es unsere Gewohnheit war. Das kann der Georg und so mancher Anhänger der Regierungspartei und sogar auch die Vertreter der Dacadenten bestätigen das man uns noch niemals einen besonderen Wegbegleiter empfehlen musste welcher uns aus der Kneipe nach Hause führte. Ja! nach dieser Nacht als ich auf die pik Dame hereinfiel, als auf einmal die Tür von meinem sich an Land befindlichen Zimmer aufflog und ein breitschultriger Matrose hereinkam – ein Dalmatiner welcher diese Meldung herunter stotterte: „ Der Kommandeur lässt ausrichten, das er sie heute Nacht gerne auf dem Schiff Stephanie sehen würde, denn es ist Krieg ausgebrochen und wir sollen sofort nach Kreta auslaufen“, überrascht wie ich war sprang ich aus meinen Bett, direkt in mein Lavor…. Ja der Alois hatte schon eine sehr blumige aussprache….

Wilhelm Richard Anton Woldrich der „Löwe von Ikoma“

Wilhelm wurde am 30.3.1915 in lnnsbruck geboren. Seine Eltern besaßen den Arlberger Hof am Hauptbahnhof. Nach dem I. Weltkrieg und dem Kapsch Putsch in Deutschland fand hier so mancher Flüchtling einen sicheren Unterschlupf, unter anderen auch Waldemar Pabst.

1933 nach dem Abitur am Elisabethgymnasium in Wien, Jurastudium nach abgelegter Referendarprüfung an der Universität Innsbruck.

1938 Meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe, Flieger­schule Wels, da er als Pilot untauglich war wurde er in die , Fallschirmjäger­schule Wittstock an der Dosse abkommandiert. Während des 2. Weltkrieges war er Angehöriger der 4. Fallschirm­jägerdivision. Einsätze in Kreta, Russland, Frankreich, Italien (Monte Cassino).

1944 am Rückzug wurde er bei Perugia von französischen Einheiten gefan­gengenommen und in verschiedenen Internierungs­lagern in A1gerien und Marokko gefangengehalten.

1946 meldete er sich in Sidi-bel-Abbés zur Fremdenlegion. Nachdem ihm die Zustände in der Legion nicht als annehmbar erschienen, Flüchtete in ein Lager für Österreichische Kriegsge­fangene.

1948 Wurde er aus der Gefangenschaft entlassen und kehrte heim nach Innsbruck, wo er sich am Wiederaufbau des durch Bomben zerstörten Familienhotels Arlberger Hof, beteiligte.

1954 Kaufte er die Burgruine Itter bei Wörgl; und baute sie zu Nobelhotel mit Hubschrauberlandeplatz um (Eröffnung 1955), neuerlich ohne wirtschaftlichen Erfolg (Schlosshotel Itter im Eigentum der Ittag-Hotel AG, Vaduz). Seit 1980 ist das Anwesen Privatbesitz und Wohnobjekt. Heute steht das Bauensemble unter Denkmalschutz. Von der alten Burg sind Reste von zwei Bergfrieden und der Verbindungsflügel erhalten.

1965 ging die Firma Konkurs und wurde Zwangsversteige­rt.

Da er in Europa nirgends Fuß fassen konnte brach er 1968 nach Kenia auf .

1970-1971 übersiedelte er nach Tansania, wo ein Leben als Architekt, Baumeister und Groß­wildjäger führte. 1972 wurde er zum Staatsbaumeister Tansanias ernannt, und baut für Julius Nyerere in dessen Geburtsort Butiama ein Comunity-Center und die Villa des Präsidenten.

1976 tauchte unter geheimnisvollen, bis heute nicht geklärten Umständen bei Diktator Idi Amin in Kampala auf. Nach blutigen Auseinandersetzungen gelang ihm die Flucht im Schlauchboot über den Viktoria-See nach Tan­sania, Danach kehrte er nach Kenia zurück. Bauten in Malindi, Momhasa und Vatamu Beach.

1978 Botswana, Rhodesien. Er diente als Districtoffizier zur Terrorbe­kämpfung am Karibe-See. 1979 wurde er durch eine Minenexplosion bei den Viktoria ­Fäl1en schwer verwundet; nach dem Lazarett-Aufenthalt wieder im bei Bulawayo und Marulla im Einsatz.

1980 wurde er zum Sicherheitsoffi­zier der Rhodesian Tabaco Company ernannt . Es folgten Einsätze u.a. in Sipo­lilo, Breitbridge. Nach Robert Mugabes Machtübernahme Mußte er nach Südafrika fliehen . Wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz wurde er in

Pretoria verurteilt und inhaftiert.

1981 dann die Deportation nach Österreich, wo er sich im heimatlichen Innsbruck niederlies, und seine Erlebnisse literarisch festhielt. Im Steier Verlag erschien sein Buch Der einsame Jäger, Abendteuer Afrika. Willi hatte, soweit uns bekannt ist 5 Kinder, aus seiner ersten Ehe mit Lilly Hofmann hatte er zwei Knaben und ein Mädchen, aus seiner zweiten Ehe mit Ascha Juma Kirogozi hatte er eine Tochter, Diana Wilhelm Woldrich und einen Sohn Simbaa Wilhelm Woldrich, seine dritte Ehe mit Gabriele Woldrich blieb kinderlos. Er starb am 2.9.1997.

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