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Ortsnamen der Stachauer Siedlungen

Die Gemeinde Stachau bildete sich im Laufe der Zeit aus verschiedenen Einzelhöfen, welche oftmals weit auseinander lagen. Im Jahre 1945 war das Stachauer Kataster beinahe gleich groß wie das von Prag. Trotzdem wurde bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts in den Matriken überwiegend nur der gemeinsame Ortsname benutzt. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts begann man in den Grundbüchern die Namen der einzelnen Siedlungen zu benutzen.

Die Ortsnamen entstanden überwiegend aus den Namen der Ersten, oder der bedeutendsten Siedler. Die Ausnahme bildet Stachau, wo anfangs des 17. Jahrhunderts drei Höfe standen, aber der Ortsname entstand schon im 16. Jahrhundert.

Aus der Entstehungsgeschichte der Siedlungen:

Blahow Im Jahre 1617 hatte hier sein Anwesen Mathes Puba, und nach ihm Niklas Karger. Im Jahre 1638 Blasius Koler. Im Jahre 1654 ist als Eigentümer des Anwesens und des Grunds Georg Grabmüller eingetragen. Am 21.10.1678 war bei einer Kindstaufe eine Vorsila Blahova aus Stachau die Patin. In der Geburtenmatrik von Watzau kann man nachlesen, das ein Kind aus der „ sogenannten Blahischen Mühl“ geboren wurde. 1791 taucht in den Aufzeichnungen ein Mathes Grabmüller von der Blahischen Mühl auf. Ein weiterer Eintrag aus dem Grundbuch von 1837 „ Franz Grab, vulgo Blaha, Wohnort Blahow. Der Name des Anwesens und der spätere Ortsname haben in dem Vornamen des Siedlers Blasius Koler so um 1630 ihren Ursprung.

Deutsch Chaluppen In diesen Weiler wohnte im Jahre 1654 Mathias Gues.1675 tauschte Lorenz Winter seine Hütte mit Johann Kraml, welcher diese von „Mathessen Kussen kaufte. Am 12. Mai 1782 heiratete J.. Kraml „ von Deutsch Caluppen“, am 26. September 1685 war Lorenz Wyntr aus Kundratitz der Pate eines Kindes. Dieser Eintrag läßt die Andeutung zu, dass der Schreiber zur Lokalisierung des Geburtsortes die nächstgelegene ältere Siedlung benutzte, also Kundratitz, welches damals zu Aubislau gehörte. Nach Lorenz Wintr welcher etwa in den Jahren 1674 bis 1710 dort wirtschaftete, etablierte sich der Name Lorenzhof für die Örtlichkeit. Dieser wurde noch weit bis in das 18. Jahrhundert hinein benutzt. Chaluppen, genau wie Šebestow waren noch im 19. Jahrhundert rein Deutsch. Der Name Deutsch Chaluppi – Deutschhäuser entstand im 18. Jahrhundert, als die Umgebung schon überwiegend von Tschechischer Bevölkerung besiedelt war.

Churanow Im Jahre 1618… „ in irgendwelche Berge und Wälder, die Gefilde genannt werden.“ Die Siedlung existierte noch nicht. Am 8. November 1722 heiratete Martin, der Sohn des Thomas Kuran aus Křesane bei Winterberg, Elisabeth, die Tochter des Johann Jůn aus Stachau. Im Jahre 1740 kaufte Martin Churan, zusammen mit Christoph Schuhbauer ein Stück Wald. Im Jahre 1772 taucht schon der Ortsname Churaner, ab 1837 dann Churanow. Der Ortsname Churanow entstand aus dem Nachnamen des ersten Siedlers, Martin Churan, ursprünglich aus Křesane bei Winterberg.

Jachimow Zum ersten Mal wurde diese Niederlassung im Jahre 1654 erwähnt. Damals gehörte sie Christoph Fischer. Dieser verkaufte 1669 sein Anwesen an Joachim Kůs. Am 2. November 1698 heiratete Martin Herci, Katharina, die Tochter des Joachim Kůs. 1755 gehörte das Anwesen Joachim Gettl. Im Jahre 1772 steht geschrieben Joachim, Wohnort Jachimow. Der Ortsname entstand aus dem Vornamen von Joachim Kůs, welcher in den Jahren von 1669 bis 1698 erwähnt wird.

Jawornik Im Jahre 1624 war ein Teil des Berges der Obere Jawornik, unter ihm war der Mittlere Jawornik. 1654 lebte dort Thomas Bernart. Am 29. April 1706 ist in der Matrik Watzau die Geburt des Mathias Jawornyk eingetragen. 1713 besitzt Mathesn Fischer die Grundstücke, welche im Jahre 1654 Thomas Bernart sein eigen nannte. Am 7.11.1706 ist in der Matrik die Taufe des „ Jacobus Caspari Wentzl ex Jawornyk“ eingetragen. 1755 und 1837 ist die Siedlung als Jawornik beschrieben. Sie wurde nach dem nahen Berg gleichen Namens benannt und somit bekam auch eine Zeit lang der hiesige Wirtschafter diesen Namen.. Auch in den Deutschen Unterlagen wird der Ort als Jawornik bezeichnet. Seit 1922 ist Jawornik, zusammen mit Tejmlau eine eigenständige Gemeinde.

Jirkalow In den Jahren 1617 und 1630 lebte in diesen Ort Girk (Georg) Strobl, genannt Jirkal. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war dies das einzige Anwesen. Heute hat es die Haus Nr. 60. Es erbte der Sohn, Jacob Strobl. Am 4. Februar 1691 heiratete der Bruder von Jacob, Simon und gründete einen neuen Hof, welcher den Hausnamen „Šímojc“ bekam. Jacobs Sohn Mathias gründete den dritten Hof, welchen er zusammen mit seinen Bruder Gregor bewirtschaftete. Dieser bekam die Haus Nr. 61. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden nach und nach weitere Anwesen, deren Eigentümer überwiegend Strobl hießen. eines von denen, die Nr. 58 eignete im Jahre 1831 Thomas Woldrich. Martin Woldrich heiratete am 5. Februar 1741 in den „Šímojc“ Hof ein und erbaute das Anwesen Nr. 54. Den Hausnamen bekam es nach Martins Frau Anna „ Ančojc“.

Jirkalow war die Stammheimat der Familie Strobl. Din bedeutendes Familienmitglied war Mathias Strobl, genannt der Schmied. Er war der letzte Stachauer Richter (1848 – 1850), und der erste Bürgermeister. Unter anderen ist die Erhebung zum Markt zum Großteil sein Verdienst.

Die Entstehung des Ortsnamens ist offensichtlich. Er entstand aus dem Vornamen des ersten Siedlers.

Krousen Volf Röckl lebte im Jahre 1654 an diesen Ort. Hier wurde auch am 5. August 1673 ein Kind geboren, als dessen Vater Ioanes Gramel aus Stach eingetragen ist. Am 4. Februar 1678 ist bei der Geburt eines Kindes Voršila Honz Kraml aus Stach als Patin eingetragen. Ein Jahr später dann am 19. März 1679 bei der Geburt eines anderen Kindes als Voršila Kraus aus Stach. Im Jahre 1700 wird Ioannes Gramel als Kraus von Stach bezeichnet. Im Jahre 1713 besitzt Hans Kraml die gleichen Grundstücke, welche im Jahre 1654 Volf Röckl eignete. Im Jahre 1740 wird der Name Grauszen Hof erwähnt, 1755 Groszen G?ttl, 1772 Groussen und 1837 Krousen.

Der Ortsname Krousen entstand aus dem Spitznamen Krouse (Krause, Locke) von Johann Kramml, welchen dieser nach 1666 innehatte.

Kusow Wurde erstmals in Jahre 1654 erwähnt, als Georg Gues an diesen Ort lebte. Im Jahre 1666 gehörte sein Anwesen Dem Richter Mathes Kus. Am 30. Oktober 1695 heiratete Johann, der Sohn von Mathias dem Richter von Stachau. 1713 eignet Hans Kus die Grundstücke, welche vorher Georg Gues gehörten. Von 1772 gibt es einen Eintrag über die Kusen Güttl.

Der Ortsname Kusow entstand aus den Nachnamen Kus. Dieser wiederrum hat seinen Ursprung in den Tschechischen Namen des Vogels Kos (Amsel) im örtlichen Dialekt. Die Familie Kus stammt mit höchstwahrscheinlich aus Nespitz nahe Zdikau.

Matějov xxx

Michalow siehe das Kapitel über Johann Jan Voldřich, Maria Hackl und ihre Kinder.

Reckerberg Örtlich auch Likiperk. Erstmals erwähnt im Jahre 1734, als M. und J. Wünter ein Stück Wald im so genannten Rikeberg kauften.. In den Jahren 1740 und 1755 werden sie als die Reckerberger bezeichnet. . Der Ortsname ist aus dem Deutschen Recke -= Riese abgeleitet. Der heutige Name Popelná ist aus der Tschechischen Übersetzung des Namens des Aschenbergs, mundartlich Ušniperk, entstanden. Dieser wird aber erst seit 1945 benutzt.

Rihow Im Jahre 1654 siedelte an diesen Ort Lorenc Gargus. Am 25.10.1672 wurde Katharina Ŕíha Laurencojtz geboren. 1717 übergab Gröger Kortus seinen Sohn Martin sein Anwesen. 1740 werden in den Urkunden der Gregory Hof, 1755 die Rziho Güttl und 1772 Ržiho erwähnt. 1792 ein Eintrag über Bartolomeus Kortus aus Ržihoff. Ab 1837 dann endgültig Rihow.

Der Ortsname entstand aus dem Vornamen von Řehoř (Gregor) Kortus in den Jahren 1670-1712.