ueber uns – část 3

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Bedeutende und interessante Persönlichkeiten unseres Geschlechts

Es ist schwer und auf eine Weise auch ungerecht aus dieser großen Menge von Familien Mitgliedern eine Auswahl der bedeutendsten und interessantesten Persönlichkeiten zu treffen. Aber betrachten wir dieses Kapitel als offen, mit der Möglichkeit es jederzeit ergänzen zu können. Damit aber die Ungerechtigkeit der Auswahl nicht durch die Reihenfolge der Personen gänzlich ungerecht wird, sind sie nach ihren Geburtsdatum aufgelistet. Grundsätzlich sind alle hier alle hier beschriebenen Personen schon verstorben.

Paul Franz Woldřich, der Richter

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war der weitläufige Stachauer Kataster sehr dünn besiedelt. Bei der Theresianischen Hausnumerierung in den Jahren 1771/72 wurden in Stachau, also zwischen Churanow und Gawornik nur 164 Hausnummern vergeben, und das meist an Einzelhöfe.

Paul Franz Woldrich war Richter dieses freien Stachauer Gerichts, und das in den Jahren von 1737 bis 1756. Sei Hof den er von seinen Vater Johann geerbt hatte stand in einer breiten Niederung unterhalb des östlichen Kamms des Aschenbergs. Diese Örtlichkeit wird später Voldřichov, teilweise Matějov, und heute Kůsov genannt.

Paul Franz war für Böhmerwäldler Verhältnisse ein wohlhabender Mann. Der Wichtigkeit seiner Person wurde dadurch Ausdruck verliehen, das gerade sein Hof die Nr. 1 im Kataster bekam, und von diesen ausgehend alle anderen nummeriert Wurden.

Neben dem Hof stand das Anwesen Nr. 2, unter dem Wald das Anwesen N.r.3, und hoch droben, tief im Wald das Anwesen Nr. 4. Bei diesen Anwesen entstand im Jahre 1788 eine Glass Hütte, genannt Alt Hütte. Diese siedelte im Jahre 1875 in die direkte Nachbarschaft von Pauls Anwesen um, und wurde Neue Hütte genannt, sie arbeitete aber nicht sehr lange, während das Fabrikgebäude langsam verödete, wurde das Anwesen Nr.1 umgebaut und vergrößert. Heute steht an seiner Stelle ein Altenheim. Die Ruinen der Alten Hütte und der anderen Anwesen wurden wieder vom Wald überwuchert, und sind heute nur noch schwer auszumachen.

Paul Franz wurde in Kusow am 13. Januar 1692 geboren. Das erste Mal heiratete er am 21. Oktober 1714 in Bergreichenstein, Elisabeth, die Tochter von Georg Ertl aus Höll bei Jettenitz Bei ihrer Hochzeit war Elisabeth 17 Jahre alt, sie starb jedoch mit 30 Jahren am 7.Mai 1727. Pauls zweite Hochzeit fand am 22. September 1727 in Watzau statt. Die Braut war Anna Maria, die Tochter von Bartolomeus Grabmüller. Paul hatte im ganzen 14 Kinder. Das Bedeutendste von ihnen war Ferdinand Ignaz.

Prof. JUDr Ferdinand Ignaz Woldrich, Edler von Ehrenfreund.

Ferdinand wurde am 19. Januar 1737 geboren. Er war der erste aus Stachau der ein Gymnasium und eine Hochschule besuchte. Das Gymnasium absolvierte er höchstwahrscheinlich in Klattau. Er promovierte am 7. September 1756 im Akademischen Hörsaal des Klementinischen Kollegs unter dem Vorsitz des Direktors der Philosophischen Studien – P. Josef Stepling, einem Namhaften Mathematiker. Es wurde ihm der akademische Rang eines Bakkalaureus der freien Künste und der Philosophie mit dem Titel „eruditus“ (gebildet) verliehen, welcher den Bakkalaureaten der Philosophie gebührte. In dem dazugehörigen Eintrag wird er Ferdinandus Woldrzich Bohemus Stachoviensis genannt. Nach dem beenden der Philosophischen Studien widmete er sich dem Studium des Rechts. Es dauerte jedoch 13 Jahre bevor er den Doktortitel errang. Er studierte mit Auszeichnung, aber verhältnismäßig sehr lange. Unter dieser Zeit starb sein Vater, und so war seine finanzielle Situation wahrscheinlich nicht die beste. Wie er sich in seiner Studienzeit ernährte wissen wir nicht, aber alle vier Prüfungen, aus dem Natürlichen und Kriminalrecht. Bürgerlichen Recht, Kirchen und Feudalrecht und das abschließende Rigorosum legte er mit „ cum nota Eminentiae“ (mit hervorragenden Ergebnis). Er promivierte am 26. August 1769 mit dem Titel „ Doktor beiden Rechts“.

Nach seiner Promotion wurde er ein vereidigter Staatsanwalt. Er mietete eine Wohnung in der Celetná Straße in Prag im renommierten Haus Nr. 600 „Zum goldenen Kamm“, und wie es seinem Stande entsprach hatte er auch einen livreeierten Diener (Josef Jakobi, 21 Jahre lang). Das Haus viel im Jahre 1882 einer Straßenverbreiterung zum Opfer und wurde abgerissen.

Bis jetzt konnten nur drei Besuche Ferdinands in Stachau urkundlich belegt werden:

– 24. Januar 1749 war er als 15-Jähriger Student Zeuge bei dem Verkauf des Wastl Anwesens durch den Richter.

– 1. Oktober 1759 war er Zeuge auf der Hochzeit seiner Schwester Katharina mit Lorenz Havlovic in Zdikau.

– er war anwesend bei der Teilung des Väterlichen Erbes, verbunden mit dem Verkauf seines Geburtshauses an Lorenz Havlovic, dem Manne seiner Schwester Katharina.

Ferdinand heiratete am 3. Februar 1771 im Haus Nr. 286 in der Prager Altstatt Anna Maria die Tochter von MuDr. Frantšek Du Toy, dem Rektor der Prager Karls Universität. Sie hatten zusammen sieben Kinder, fünf Knaben und zwei Töchter. Von den Söhnen erlebte nur Franz Josef Ferdinand das Erwachsenenalter. Ihm wird ein eigenes Kapitel gewidmet.

Bei seiner Geburt lebten die Eltern in einer Naturalwohnung im Bukvojer Haus in der Celetná Straße in Prag. Dort verbrachte Ferdinand auch den Rest seines Lebens. Er starb am 5. Januar 1800.

Die veralteten Lehrmetoden an den Hochschulen wurden zu der Zeit von Maria Theresia umfangreichen Veränderungen unterzogen. Die Reformen betrafen zuerst die geistlichen Institute der Universität –die theologischen und philosophischen Fakultäten, die unmittelbar von Jesuiten geleitet wurden, und kurz darauf auch die weltlichen – die rechtliche und die medizinische Fakultät.

Die Tätigkeit Ferdinands als Universität Professor fiel in den Zeitraum, in welchen es durch das Toleranz Patent von Leopold II. und die Aufhebung des Jesuitenordens zu einer neuen, freigeistlichen Blüte der Wissenschaften, und einer gewissen Lockerung der durch konfessionelle Einflüsse sehr eng zugeschnürten Vorschriften kam, und dadurch wurden auch die Befugnisse der .einzelnen Lehrkörper erweitert. Ferdinand gehörte zu den Avantgarden Professoren. Dies machte ihn einerseits unbeliebt in kirchlichen Kreisen und bei einigen bedeutenden Aufgeklärten Persönlichkeiten, anderseits stieg aber sei Ruf in Wissenschaftlichen und Regierungskreisen.

Bekannt ist sein Streit mit Josef Dobrovský über das herangehen an die hebräische Philosophie. Dobrovský, welcher nicht gerade wählerisch war, was die Auswahl der Mittel betraf mit welchen er seine Wahrheit verteidigte, veröffentlichte in den von ihn herausgegebenen Blatt „Böhmische und Mährische Litteratur“ im Jahre 1780 einen kurzen Artikel, in dem er schrieb das die in Prag der Hebräischen Philosophie nicht sonderlich zugetan seien. Ein gewisser Prager Professor behaupte seinen Zuhörern gegenüber das die Kenntnis der Hebräischen und Griechischen Sprache überflüssig sei, denn alle Werke seien schon übersetzt. wemutlich behauptet er dies um die eigene Unwissenheit zu verschleiern. In siener Kritik benutzte er auch das Wort Idiot. Obwohl er weder Person, noch Fakultät nannte, war offensichtlich gegen wen die Kritik gerichtet war. Gekränkt fühlte sich nicht nur Ferdinand, sondern auch die Universität. Dobrovský wurde zuerst aufgefordert sich bei Professor Woldřich öffentlich zu entschuldigen. Als er dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde er aufgefordert in der nächsten Ausgabe seines Blatts den Artikel zu wiederrufen, falls ihm an der Erlaubnis gelegen sei sein Blatt weiter herauszugeben. Als dieser nicht reagierte wurde die weitre Herausgabe des Blattes untersagt. Man kann also sagen das Ferdinand Woldrich der indirekte Grund für das Verbot von Dobrovskýs Literarischer Zeitschrift war.

Im Jahre 1772 wurde Ferdinand zum Professor des Kirchenrechts an der Prager Universität ernannt. 1778 vertrat er den Rang des Rektors der Universität. 1783/84 war er Dekan der Rechtsfakultät. 1788 wurde er zum zweiten Mal zum Rektor gewählt. Nach 1791 wird er der Repräsentant seiner Fakultät, was eine Funktion war, in welche das Lehrerkollegium sein am meisten geschätztes Mitglied wählte. Am seinen Lebensabend gewährte ihm der gerade inthronisierte Kaiser Franz die Erhebung in den Adelsstand, mit dem Zunamen von Ehrenfreund für ihn und seine Familie.

Abschrift des Adelsbriefs:

Seine K.u.K Majestät geruhte, dem Lehrer des Kirchenrechts und der Rechtspraxis der Prager Universität Ferdinand Woldrich auf sein untertänigstes Gesuch hin und mit der wohlwollenden Berücksichtigung seiner 23 Jahre währenden nützlichen Lehrtätigkeit und der damit erworbenen Verdienste, ihm Ihre besondere Güte zu zuteilwerden zu lassen und ihn gütigst mit all seinen ehelichen Nachkommen seines Geschlechts und auch die Nachkommen dieser Nachkommen, männliche und weibliche durch biesen Brief, am heutigen Tage gefertigt und mit der Höchsten Unterschrift versehen, in den Adelsstand zu erheben und dies in all seinen Deutschen Königreichen, Fürstentümern und Ländern. Es wird ihm auch gütigst ein Adelswappen, Kleinod und das ehrenhafte Prädikat VON EHRENFREUND verliehen. Dies all wird dem Gubernium kundgetan, damit es amtlich alles veranlasst was gemeinhin für nötig befunden wird, damit der genannte Ferdinand mit all seinen Nachkommen beider Geschlechts, als Adelige Personen anerkannt und als solche betrachtet werden und nicht anders als andere von Geburt an Adelige Personen, zum Lehen und Turnieren berechtigten des Heiligen Römischen Reiches, den erblichen Deutschen Königreichen, Fürstentümern und Ländern für geeignet und teilnahmeberechtigt befunden werden, und zu allen Ehren, Würden, Privilegien, Rechten und Ansprüchen Zugang erlangen, welche adelige und beschildete Personen genießen und auch damit das ihn gütigst verliehene Wappen beschützt und bewahrt wird.

29.5.1795 Unterschrift unleserlich

Beschreibung es Wappens:

Ein senkrechter, rechteckiger, unten abgerundeter und in eine Spitze auslaufender blauer Schild, auf welchen drei, nebeneinander stehende goldene Kometen oder Achtzackige Sterne eine steilen, von einer königlichen Krone bedeckten Berg natürlicher Farbe überhöhen.

Auf dem Schild ruht ein nach rechts Gewandter Gold gekrönter, mit einer auf beiden Seiten abfallenden blau mit Gold abwechselnden Bedeckung, Turnierhelm mit offenen Visier und einer goldenen Halskette. In die Krone des Helms sind nach vorne und in die Seiten gerichtete Straußenfedern eingefügt, von welchen das erste und dritte blau und das mittlere golden ist.

Wien 29.5.1795 Leopold Kolowrat

Bedeutung des Wappens:

Berg war erfolgreich (hat es zu etwas gebracht)

Krone die höchste Ehre – bis zu den Sternen

Federn gängiges Kleinod (Verzierung)

Goldene Krone auf dem Helm geadelt von Königs Gnaden

EDLER niederer Adel, weniger als ein Baron

Die Verleihung des Adelstitels ist die Krönung von Ferdinands ehrgeiziger Kariere als Professor. Am 30. Juli 1799 wohnte er der Promotion seines Sohnes Franz zum Doktor des beiden Rechts bei. Ferdinand starb am 5. Januar 1800, und wurde zwei Tage später wahrscheinlich auf den Friedhof in Olšany begraben.sein Sohn JUDr. Franz starb ohne Nachkommen. Mit ihm erlosch diese Linie mitsamt dem erblichen Adelstitel. Es verschwand auch Ferdinands Grab, denn es war niemand mehr da der sich um es kümmern konnte……….

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